Solitär im Grünen
Neubau Bürohaus
Vor 60 Jahren galt das ambitionierte Vorhaben, den Hauptverwaltungen der Großkonzerne an einem attraktiven, stadtnahen Standort optimale Ansiedlungsbedingungen zu bieten, als eines der größten und anspruchsvollsten städtebaulichen Projekte Europas.
Sie wurde für ihre Architekturikonen gefeiert, aber auch als monoton und seelenlos bezeichnet. Durch Energie- und Wirtschaftskrisen, eine Arbeitswelt im Wandel und damit einhergehende veränderte Gebäudeanforderungen stand die Zukunft des Standorts mehrfach zur Diskussion: Die City Nord hat in ihrer Geschichte seit den 1960er-Jahren Höhen und Tiefen erlebt. Seit 2013 steht die Modellstadt mit ihren prägnanten Solitären, den Grünanlagen und den erhobenen Fußgängerwegen und -brücken unter Denkmalschutz. Nach dem Leitmotiv »Bürostadt im Grünen« bleiben das städte-und gartenbauliche Erbe des Ensembles erhalten und der wichtige Wirtschafts-und Dienstleistungsstandort wird kontinuierlich revitalisiert und weiter-entwickelt.
Bereits in die erste Planung wurde 1959 die Grundstruktur des zentralen City-Nord-Parks aufgenommen: Es war die Idee des Architekten Hans Dieter Luckhardt, das Grün des nahe liegenden Stadtparks bis in die moderne Bürostadt hinein mit einer öffentlichen Parkanlage zu verlängern. Das Bürohaus steht angrenzend an diese historische baumbestandene Struktur – umgeben von weiteren Solitären jüngerer Generation. Teil der Bauaufgabe war es, den Baumbestand zu erhalten. Darüber hinaus nimmt der Entwurf klaren Bezug auf den Parkcharakter des Quartiers, indem das Grün das Volumen umfließt, hineingelenkt und durch großzügige Innenhöfe in die Höhe der intensiv begrünten Geschossgärten geführt wird. Das Haus verbindet sich so mit seiner grünen Umgebung und betont die Wechselwirkung von Innen- und Außenraum: Der Eindruck »des hindurchfließenden Grüns« wird erzeugt.
Die besondere Gestalt des Gebäudes entsteht durch die horizontale Schichtung von drei Geschosspaketen mit mäandernden Grundrissen. Die unteren zwei Geschosse bilden den Sockel, der Mittelteil ist dreigeschossig, das dritte Paket formen die letzten beiden Obergeschosse. Markante horizontale Fugen unterstreichen dabei den Eindruck der zu Einheiten zusammengefassten Geschosse. Durch das Stapeln und gleichzeitige Spiegeln dieser unterschiedlichen Geschosspakete ergeben sich an definierten Stellen automatisch die großen Einschnitte, die als Zugänge, Innenhöfe und Geschossgärten genutzt werden. Diese luftigen Öffnungen ermöglichen über sieben Geschosse hinweg unerwartete, spannende und freie Blicke innerhalb des Hauses sowie in den Grünraum.
Die stark gerasterte Fassade aus Metallpaneelen läuft gleichmäßig um das Gebäude und verstärkt den Eindruck der Horizontalität. Dabei werden die Fenster je Paket vertikal zusammengefasst, was wiederum zusätzlich die Ablesbarkeit der Geschosspakete betont. So entsteht ein Gebäude, dass trotz seiner ungewöhnlichen Erscheinungsform ein effizientes Bürolayout ermöglicht. Jedes Geschoss bietet bis zu acht Mieteinheiten, die flexibel sowohl zusammenhängend als auch kleinteilig vermietet werden können.
Durch das Zusammenspiel von Grundstückzuschnitt und Gebäudekörperanordnung entsteht vorderseitig am Kapstadtring Raum für eine attraktive Erschließungsgeste mit Vorfahrtssituation. Diese großzügig angelegte Fläche bildet zugleich die Hauptadresse des Gebäudes, und hier befindet sich der Haupteingang. Das Gebäude verfügt insgesamt über drei Erschließungskerne. Zwei Kerne werden von der gemeinsamen Vorfahrt erschlossen ein weiterer Kern vom rückwärtig orientierten Hof am Überseering.
Solitäre prägen den ursprünglichen Charakter der City Nord: Gebäude, die ohne Anschluss an die Umgebungsbebauung selbstbewusst und unabhängig den Raum definieren. Das Bürohaus am Überseering ist ohne Frage eine zeitgemäße Interpretation dieser Bautypologie und bespielt mit seinem besonderen Charakter das bauliche Erbe ebenso wie die Zukunft des Standor-tes. Die Bürostadt im Grünen hat jetzt einen überraschenden Solitär mehr: Am Puls der Zeit, der Tradition des Ortes verpflichtet, von Grün umspült und durchströmt.
Fotos: René Sievert
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